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Arno Breker 115. Geburtstag: Staatsatelier wird Museum für Kunst ab 1945

Das Staatsatelier von Arno Breker 1942 in Berlin. Das Baudenkmal mit einer Fläche von rund 400 Quadratmetern wird seit 2015 zur Präsentation zeitgenössischen Kunstschaffens aus Deutschland ab 1945 genutzt.

Foto: Archive

Berlin/Nörvenich Der 115. Geburtstag von Arno Breker am 19. Juli 2015 ist mit einer guten Nachricht verbunden: das ehemalige Staatsatelier des Jahrhundert-Bildhauers der klassischen Tradition in Berlin wurde zu einem Museum für zeitgenössische Künstler der klassischen Moderne. Seine offizielle Bezeichnung lautet vorerst „Kunsthaus Dahlem“. Eigentümer des Gebäudes ist jetzt das Land Berlin. Das Kunstprojekt wird finanziell gefördert durch die Lotto-Stiftung Berlin und die Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

Die Idee und Realisierung des zeitgenössischen Museums ist Klaus Wowereit zu verdanken, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin (2001 – 2014). Der SPD-Politiker hatte mit politischer Mehrheit zum Ausklang seiner Amtszeit dieses repräsentative Bauwerk einer sinnvollen breiten Nutzung zugeführt. Es steht unter der schlichten Bezeichnung „Kunsthaus Dahlem“. Der Name erinnert an eine Kunst-Galerie; die eine gewerbliche Nutzung nicht ausschließt. Die Einrichtung soll jedoch bevorzugt Kunstschaffenden der ersten zwei Jahrzehnte nach 1945 zur Verfügung stehen. Geblieben ist die „gute Adresse“ von einst: Käuzchensteig 8, am Rande des Grünewalds.

Die Geschichte des Gebäudes

Der Bau des Staatsateliers für Prof. Arno Breker nach Plänen des Architekten Prof. Hans Freese wurde 1939 begonnen. Noch vor der endgültigen Fertigstellung entwickelte sich in dem damals hochtechnisch ausgestattetem „modernsten Bildhaueratelier der Welt“ kulturelles Leben mit internationalen Begegnungen. Kunstschaffende und Architekten vor allem aus Frankreich sowie anderen europäischen Länder waren Gäste im Atelierbau. Mehrfach Gast war Dichter Gerhart Hauptmann, Literaturnobelpreisträger 1912. Bei Kriegsende wurden Brekers Werke in diesem Gebäude von den Alliierten geplündert, ins Ausland verbracht sowie auch vor Ort zerstört. Bald nach Kriegsende ist Arno Brekers Meisterschüler Bernhard Heiliger in das Gebäude eingezogen. Er hat den ihm vertrauten privaten Trakt des Staatsbildhauers bis 1995 über 45 Jahre bewohnt. Seither war die Heiliger-Stiftung ständiger Hausherr. Sie bleibt nach Medienberichten weiterhin privilegierter Partner und erhält einen eigenen Ausstellungsraum für die Arbeiten des Breker-Schülers Heiliger. Seine Kunstobjekte werden bereits seit Jahren in einer musealen Freilichtausstellung gezeigt. Das Kunsthaus Dahlem wird betrieben von der „gemeinnützigen Atelierhaus Dahlem GmbH“, alleinige Tochtergesellschaft der Bernhard-Heiliger-Stiftung Berlin.